Jenni und Lucia

Lucia ist eine 6Jährige Westfalenstute. Ihr damaliger Besitzer  ist leider gestorben, doch seine Frau konnte sich nicht von Lucia trennen und hat sie deshalb ein halbes Jahr auf die Wiese gestellt. Der Händler hat das Pferd dann von der Wiese geholt und ich habe sie ausprobiert. Es war Liebe auf den ersten Blick, obwohl ich ja nicht so ein junges Pferd haben wollte, aber ich konnte nur noch von ihr reden, mein einziger Gedanke.

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   Bis ich sie dann bekommen habe vergingen zwei Wochen, doch diese zwei Wochen waren die längsten in meinem und auch Lucias Leben, glaube ich. Man hat in den zwei Wochen versucht aus ihr ein „richtiges“ Reitpferd zu machen, das war  aber nicht so gut. Als sie zu mir kam hatte sie Angst vor Gerten und vor Menschen. Doch nicht nur das, sie hatte auch zwei Lendenwirbel verschoben und eine Endzündung unterm Bauch. Vom Stall kamen nur Vorwürfe und keine Hilfe. Als ich dann Susanne kenne lernte, haben wir angefangen mit Respektarbeit, dass sie auf mich achtet, nicht nur rennt, stehen bleibt wenn ich das sage, keine Angst mehr hat und  sich erst mal ihre Muskulatur richtig ausbildet.

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  Danach begannen wir zu reiten, doch Lucia meinte immer, sie müsse ihren Kopf vor die Brust nehmen, so wie sich das für ein „ richtiges Reitpferd“ gehört. Viel mussten wir auch an meinem Sitz arbeiten, ich war viel zu verspannt. Doch das Timing hat Lucia sehr gut angenommen. Als der Schritt dann klappte, kam der Trab. Anfangs konnte ich gar nicht sitzen und Lucia ist nur gerannt, als ich dann aber meine Hüfte einmal lockerte konnte ich plötzlich besser sitzen. Im Trab gibt sie mir noch nicht richtig nach, sondern zieht mich fast aus dem Sattel. Doch es macht Spaß mit ihr zu Arbeiten.

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15.12.2009

Mittlerweile haben sich Lucia und ich gut aneinander gewöhnt und die Arbeit im Schritt und Trab klappt immer besser! Seid Lucia eine APM_Behandlung bekommen hat, habe ich ein ganz anderes Pferd. Lucia hat keine Probleme mehr im Rücken, man sieht wie sich ihre Muskeln locker bewegen und das sie keine Schmerzen mehr hat. Das Wichtigste aber ist, dass wir seid dem 28.11.2009 an einem neuen Stall stehen. Es war wie ein Wunder, aber Lucia war so ruhig das wir sie am selben Tag noch mit in die Herdestellen konnten. Am Sonntag durfte sie dann sofort mit raus,  jetzt ist Lucia die Herdenchefin und hat einer Kaltblutstute den Freund (eigentlich Ranghöchster) ausgespannt. Sie kommt jeden Tag raus, fühlt sich total wohl und braucht mich eigentlich nicht mehr. Lucia hätte es im Moment gerne, das auch ich mich  ihr unterordne und fühlt sich richtig stark, ich muss jetzt wieder daran arbeiten, dass sie merkt, das ich immer noch die Chefin bin. Doch sobald ich komme, läuft sie mit ihrer Herde weg, wenn ich sie dann doch fange schreit sie  rum und hat stress, da braucht meine Kleine noch etwas Zeit, alleine ist sie nie gerne geblieben, wenn kein anderes Pferd in der Box ist.  Wir fühlen uns aber beide am neuen Stall sehr wohl und möchten dort nicht mehr weg, die Leute sind nett und die Pferde leben natürlich.

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